KKV in Viersen



Geschichte KKV Viersen

Die Menschen durchlebten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine der entscheidendsten Veränderungen in der Geschichte: den Beginn des technischen Zeitalters und damit die weitgehende Abkehr von der Hand- zur Maschinenarbeit. Der Ruf nach einem berufsorientierten Zusammenschluss von Kaufleuten wurde mit Engagement aufgegriffen. Nachdem 1877 in Mainz der 1. Ortsverein gegründet wurde, etablierte sich auch 1887 in Viersen ein KKV-Verband, ein katholischer kaufmännischer Verein.

Sein Verbandszweck lautete:
1. Förderung des religiösen sittlichen Lebens
2. Hebung und Vervollkommnung der Allgemein- und Fachbildung
3. Pflege der Geselligkeit

Durch die steigende Industrialisierung bedingt, reifte schnell die Erkenntnis, dass man mit den bis dahin intensiv betriebenen Fachkursen und Vorträgen den steigenden Anforderungen, die der Kaufmannsberuf an den Nachwuchs stellte, nicht mehr gerecht werden konnte. So wurde die erste kaufmännische Bildungsstätte in Viersen gegründet. Sie sollte der Jugend ohne Rücksicht auf Konfession und Mitgliedschaft zugänglich sein. Der Unterricht fand im vereinseigenen „Petrus-Haus“ an der Petersstrasse statt, das auch heute noch zu sehen ist. Mit welchem großen beruflichen Ernst unterrichtet wurde, zeigt der Lehrplan: Deutsch, kaufm. Rechnen, Buchführung, Korrespondenz, Handelsrecht, Wechsel- und Scheckrecht, Lackschrift, Englisch, Französisch und Kurzschrift. Auch Kommerzienrat Josef Kaiser (Gründer von Kaiser´s Kaffee-Geschäft) erkannte die Wichtigkeit dieser Ausbildungsstätte und unterstützte diese mit 10.000 Goldtaler (Die Festhalle, eine bekannte Konzert- u. Theaterhalle, kostete 40.000 Goldtaler).

Im Jahre 1903 strebte der Verband eine Pensionsversicherung an und war beteiligt an der Einrichtung eines Kaufmannsgerichtes. Schon 1904 betrieben Mitglieder des KKV die Einführung der Kranken- (BEK) und der Sterbekasse. Im religiösem Bereich beteiligten sich die Mitglieder obligatorisch an der jährlichen Kevelaer-Wallfahrt. Viele Vorträge waren religiösen Themen gewidmet.

Damit die Kassenbestände nicht von Hitler beschlagnahmt werden konnten, löste sich der Verband 1938 auf.
Nach der Kriegszeit, in der die Auffassung von Moral weit von den Idealen des KKV entfernt war, suchten die ehemaligen Mitglieder Kontakt untereinander und gründeten im Geiste guter Kaufmannstradition am 4. Oktober 1946 den Viersener Verband wieder neu. 41 katholische Kaufleute wollten auf diese Weise zur ethischen, geistigen und religiösen Gesundung Deutschlands beitragen.

Die Kooperation mit den Nachbarvereinen Süchteln und Dülken begann 1962. Auf Antrag des KKV Viersen wurde 1965 der Bundesverband umbenannt in: KKV - Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung. Gleichfalls auf Antrag des Viersener KKV können seit 1977 auch Frauen Mitglied im KKV werden.

Hans Teut führte den KKV Viersen ab 1984 auf über 200 Mitglieder. Die Ortsgemeinschaft Viersen zählt bis heute deshalb zu den größten Ortsgemeinschaften in Deutschland. 1999 trat er von seinem Amt zurück. Ob seiner großen Verdienste wurde er zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Den Vorsitz übernahm der bisherige Stellvertreter Gregor Hasenbrink. Folgende Schwerpunkte prägen das Jahresprogramm: Religion, Politik, Wirtschaft, Medizin und Kultur. Die Geselligkeit hat nach wie vor einen großen Stellenwert. Aber auch soziale Projekte unterstützt der KKV seit einigen Jahren- wie donum vitae, Hospiz - Initiative, Frauenzentrum, Viersener Tafel oder Kinderdorf Bethanien mit Schwester Jordana.

Stellvertretend für viele prominente Referenten seien einige genannt: Ministerpräsident Dr. Franz Josef Meyers, Regierungspräsident Dr. F. J. Antwerpes, Stellvertretender ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen, die Chefredakteure der Rheinischen Post Ulrich Reitz und Sven Gösmann, die RP Redakteure Reinhold Michels, Wolfram Goertz u. Dr. Antje Höning; Prof. Dr. Karl Adams, Frau Christa Meves.